Erfahrungsbericht der Stipendiatin Karen Izaguirre im Trainerkurs für Kunstturnen in der Universität von Leipzig

Bild vergrößern

Aufgepaßt Latinos!

Wir kommen aus verschiedenen Regionen Lateinamerikas, Paraguay, Peru, Uruguay, Brasilien, Kolumbien, Venezuela, Honduras, Panama, Bolivien. Jeder von uns war von der Universität Leipzig ausgewählt worden, um am Internationalen Trainerkurs für Sportgymnastik teilzunehmen. Wir freuten uns wie die Kinder, als wir unser Zuhause verließen. Als wir ankamen, entdeckten wir einen Ort, der so anders war als der von dem wir kamen. Anfangs sahen wir uns mit einer etwas komplizierten Situation konfrontiert, denn da wir in ein Land mit einer anderen Sprache als der unsrigen kamen und mit der vorgefertigten Idee im Kopf, dass die Gesellschaft etwas kalt und distanziert sei, fühlten wir uns etwas ängstlich, aber mit der Zeit entdeckten wir, dass diese Distanziertheit nicht so war, wie sie allgemein beschrieben wird, und wir fanden Menschen, die bereit waren, uns bei unserer Anpassung an dieses großartige Land zu helfen.

Bild vergrößern

Aufgaben wie Kommunikation, zu verschiedenen Orten zu kommen, Behördengänge zu erledigen, die Wissenschaft der Straßenbahnen zu verstehen, Zugfahrkarten zu erlangen und andere alltägliche Dinge wurden im Lauf der Zeit einfacher. Ebenso war die Gewöhnung an eine solch kalte Zone ein schwieriger Faktor für uns. Doch die Schönheit der unterschiedlichen Jahreszeiten hat uns gefallen, wie der Frühling mit seiner strahlenden Sonne, der Herbst mit seinen bunten Blättern, der Winter mit seinem grauen Himmel und kaltem Wind.

Diese schöne Stadt und seine Menschen kennen zu lernen war eine bereichernde Erfahrung, der Kontrast der modernen mit den im gothischen und Renaissancestil gehaltenen Gebäude erstaunt und regt uns dazu an, mehr von dieser Stadt zu entdecken, die uns so gut aufgenommen hat.

. Bild vergrößern Bild vergrößern Bild vergrößern Bild vergrößern

Es ist wundervoll, das großartige Weihnachtsgefühl zu erleben, das die Stadt umfängt, Schokolade überall, Mützen vom Weihnachtsmann, Rentiere, Weihnachtsbäumchen, Lebkuchenherzen, die du im Notfall essen kannst, machen uns glücklich, nichtsdestotrotz vermissen wir die Gesellschaft unserer Lieben, Freunde und Familie. Wenn wir jedoch durch die Straßen von Leipzig gehen, fühlen wir uns wie zu Hause, und wenige Tage vor der Rückkehr in unsere Länder, empfinden und erkennen wir diese wunderbare Stadt als Teil von uns.

Bild vergrößern

Wir können nicht sagen, dass alles rosig ist, die zwischenmenschlichen Beziehungen in unserer Gruppe sind etwas kompliziert gewesen. Obwohl wir aus derselben Region stammen, haben wir unterschiedliche Kulturen und Denkweisen, und das hat manchmal dazu geführt, kleine Wunden zu reißen. Trotzdem hat sich ein sehr starkes und angenehmes Freundschaftsband zwischen einigen von uns entwickelt. Die Erfahrung, mit französisch-, arabisch- und deutschsprachigen Leuten zusammenzuleben hat uns besonders als Menschen bereichert, da wir gelernt haben, ihre Lebensweise zu verstehen, so dass Freundschaftsbünde geschmiedet wurden, was die Zahl der internationalen Freunde nochmals erhöht hat, mit denen wir rechnen können, um in der Zukunft Wettkämpfe zwischen unseren Teams zu veranstalten.

Bild vergrößern Bild vergrößern     Bild vergrößern

Der Internationale Trainerkurs für Sportgymnastik der Universität Leipzig hat uns geholfen, Kenntnisse zu erlangen, deutlicher zu machen, zu entdecken und zu stärken, die uns als Richtlinie dienen werden, das sportliche Training besser auszunutzen, um so eine optimale Planung für jede Altersklasse, mit der wir arbeiten, zu erreichen, indem wir verstehen, wie wichtig die Arbeit mit Kindern im Wachstum ist, und mit dem Bewusstsein, dass eine schlechte Planung uns nur einen frühen Verlust der geringen sportlichen Leistung bringen wird, die wir erreicht haben, und zum sofortigen Scheitern in jeglichem sportlichen Wettbewerb, an dem wir teilnehmen.

Wir haben große Hilfe von jedem unserer zugeteilten Lehrer erhalten; jeder von ihnen mit seiner ihm eigenen Persönlichkeit, hat uns motiviert, dass wir immer besser werden und wissen, wie wir unsere erlangten Kenntnisse in der Praxis umsetzen. Alle von ihnen haben mit einem Sandkorn dazu beigetragen, die Pyramide aufzubauen, die die großartige Arbeit eines guten Trainers umgibt, denn von uns wird es abhängen, langfristig eine solide und funktionale Struktur des Trainingsprozesses zu errichten und somit den besten Weg zum Erfolg zu erreichen.

Wir dürfen nicht vergessen, die großartige Arbeit zu erwähnen, die unsere Dolmetscherin Elke Kossel verrichtet. Die jahrelange Erfahrung, die sie hat, haben ihr ein sehr persönliches Gefühl für ihre Arbeit gegeben, denn manchmal erklären unsere Lehrer mit etwas konfusen Worten, und sie weiß uns zu vermitteln, was sie sagen wollen, mit der Gewissheit, dass die textgetreue Übersetzung vom Deutschen ins Spanische nicht sehr einfach ist. Sie ist ein Mensch, der uns seine Hand gereicht hat und uns durch diesen fünfmonatigen Prozess geleitet hat, indem sie uns jeden Tag beraten hat und, noch viel wichtiger, hat uns ihr enormes Wissen jede einzelne Stunde, die wir erhalten haben, noch mehr bereichert.

Diese Erfahrung werden wir für immer in unseren Herzen tragen als ein weiteres Kapitel in unserem Leben, und, nicht zu vergessen, müssen wir hin und wieder einen Blick zurück werfen, um das Erlernte nicht zu vergessen.



Licda. Karen Izaguirre Palma


Bild vergrößern

Erfahrungsbericht der Stipendiatin Karen Izaguirre im Trainerkurs für Kunstturnen in der Universität von Leipzig