Informationen zur deutschen Entwicklungszusammenarbeit mit Honduras

Bild vergrößern Honduras ist eines der wichtigsten Partnerländer der deutschen Entwicklungszusammenarbeit in Lateinamerika. Gemessen am Pro-Kopf-Einkommen gehört es zu den fünf ärmsten Ländern der Region. Insgesamt sind die Problemkonstellationen in Honduras  vergleichbar mit der Situation in vielen anderen Partnerländern der deutschen Entwicklungszusammenarbeit. Erschwerend kommen die prekäre Sicherheitslage sowie hohe Katastrophenanfälligkeit, Umweltzerstörung und geringer Bildungsgrad hinzu.

Die Bundesrepublik Deutschland gehört zusammen mit den USA, Japan und Spanien zu den größten Geberländern für Honduras. Die honduranische Regierung erhielt im September 2014 neue finanzielle Zusagen für die Weiterführung der erfolgreichen Entwicklungszusammenarbeit bis Ende 2015. Die Mittel stehen für Projekte im Bereich der technischen (Beratungsleistung) und der finanziellen Zusammenarbeit zur Verfügung.

Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit mit Honduras basiert auf einer langen Tradition von mehr als 50 Jahren. Mit den Regierungsverhandlungen 2014 fand man zum zweijährigen Rhythmus von Verhandlungen und Konsultationen zurück. Der kontinuierliche Dialog stärkt die freundschaftlichen Beziehungen zwischen den beiden Staaten weiter.

Die deutsche Entwicklungsarbeit konzentriert sich weiterhin vor allem auf die Bereiche Bildung sowie Umwelt- und Ressourcenschutz. Diese strategische Schwerpunktsetzung geht einher  mit dem Regierungsprogramm „Plan de Todos para una Vida Mejor“ der honduranischen Regierung, der Lateinamerikastrategie der deutschen Regierung und der gemeinsamen Programmplanung zwischen der Europäischen Union und ihrer in Honduras tätigen Mitgliedsländer.

Schwerpunkt Bildung

 Bild vergrößern (© Deutsche Botschaft Tegucigalpa)

Die Hälfte der honduranischen Bevölkerung setzt sich aus Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen zusammen. Das Bevölkerungswachstum liegt mit ca. 2% auf den Spitzenplätzen Lateinamerikas (Quelle: Weltbank). Durch das hohe Gewaltpotential, insbesondere auch bei Jugendlichen, gewinnt Bildung zusätzlich an Bedeutung. Nach einer Studie des Internationalen Währungsfonds (IWF) ist ein hoher Ausbildungsstand zudem ein wesentlicher Faktor für wirtschaftliches Wachstum. Bildung ist damit sowohl für die soziale als auch für die wirtschaftliche Entwicklung eines Landes enorm wichtig.

Honduras wird das Ziel der universellen Primarschulbildung (gehört zu den „Milleniumszielen“ der Vereinten Nationen) bis 2015 nicht erreichen, kann aber, zum Beispiel bei den Einschulungs- und Abschlussraten, durchaus Erfolge vorweisen. Die Rahmenbedingungen haben sich auch durch die Verabschiedung des neuen Bildungsgesetzes in den letzten Jahren deutlich verbessert.

Der aktuelle Bildungsminister geht entschlossen und erfolgreich gegen Missstände wie Zahlungen an erfundene Lehrer, Einstellungen von Lehrern ohne Qualifikation und sonstige Korruptionsfälle vor. Die Herausforderungen bestehen unter anderem darin, den Zugang zu guter Schulbildung zu verbessern, die hohe Schulabbrecherquote zu verringern sowie die fehlende Effizienz in der Verwaltung und im Finanzmanagement zu beheben.

Schwerpunkt Umwelt- und Ressourcenschutz

 Bild vergrößern Kommunale Waldwirdschaft (© GIZ Honduras)

Zentralamerika zählt weltweit zu den Regionen mit der höchsten Katastrophenanfälligkeit. Auf der Liste der vom Klimawandel am stärksten betroffenen Länder nimmt Honduras ebenfalls eine Spitzenposition ein (vgl. Global Climate Risk Index von German Watch). Im Kontext der internationalen Klimaverhandlungen steht Deutschland als Industrieland in besonderer Verantwortung, sich für Anpassungsmaßnahmen zu engagieren. Gerade in den stark betroffenen Ländern wie Honduras muss daher die Entwicklungszusammenarbeit signifikant präsent sein.

In den letzten 35 Jahren hat Honduras ca. 40 % seiner Waldfläche verloren. Die Forstpolitik gehört zu den Prioritäten der aktuellen Regierung. Bei den internationalen Klimaverhandlungen ist Honduras sehr engagiert. In den letzten Jahren wurden im Umweltbereich die wichtigsten gesetzgeberischen und planerischen Grundlagen geschaffen. 2008 trat ein neues Forst- und Naturschutzgesetz in Kraft. Ebenfalls 2010 entstand eine nationale Strategie gegen den illegalen Holzeinschlag. 2011 erfolgte die strategische und finanzielle Planung für das nationale System der Naturschutzgebiete. Außerdem wurden technische Normen für die kommunale Waldwirtschaft in Kraft gesetzt. 2014 hat Honduras ein Gesetz zum Klimawandel verabschiedet (als zweites Land in Mittelamerika nach Costa Rica).

Deutsche Akteure der Zusammenarbeit

Federführend für die entwicklungspolitische Zusammenarbeit ist das Ministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Zu den wichtigsten deutschen Durchführungsorganisationen gehören die Kreditanstalt für Wiederaufbau, KfW (finanzielle Projekte) die Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit, GIZ (technische Projekte), sowie politische Stiftungen und private Träger.  Zur Zeit arbeiten ca. 25 deutsche Entwicklungsfachkräfte in Honduras.

Darüber hinaus beteiligt sich Deutschland auch an Regionalprojekten von multilateralen Institutionen, die Honduras ebenfalls zu Gute kommen.

Deutsche Botschaft, Tegucigalpa, Januar 2015

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