Entwicklungspolitische Zusammenarbeit mit Honduras

Honduras ist eines der wichtigsten Partnerländer der deutschen Entwicklungszusammenarbeit in Lateinamerika. Es gehört gleichzeitig zu den fünf ärmsten Ländern Lateinamerikas, am Pro-Kopf-Einkommen gemessen. Die Bundesrepublik Deutschland gehört zusammen mit den USA, Japan und Spanien zu den größten Geberländern für Honduras. Im Januar 2011 wurden bei Verhandlungen zwischen Vertretern der Regierungen Honduras' und Deutschlands in Tegucigalpa, an denen auch Vertreter anderer, z. T. nichtstaatlicher Organisationen teilnahmen, die Schwerpunkte unserer Zusammenarbeit bestätigt. Neue deutsche Mittel in Höhe von 30 Mio. Euro wurden für die nächsten Jahre zugesagt. Weitere, bereits aus der Vergangenheit bestehende Mittelzusagen wurden in Höhe von 17 Mio. Euro für neue Projekte umprogrammiert.

Die Schwerpunkte der honduranisch-deutschen Entwicklungszusammenarbeit sind Bildung sowie Umwelt- und Ressourcenschutz.

Schwerpunkt Bildung: Die Hälfte der honduranischen Bevölkerung sind Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene. Mehrere Geber unterstützen die internationale Initiative "Education for All". Ziel ist die Erreichung des zweiten Milleniums-Entwicklungsziels: Die universell abgeschlossene Primarschulbildung. In der Grundbildung hat Honduras über die Jahre allmähliche, langsame Fortschritte gemacht. Verbesserungsbedürftig sind die Qualität der Schulbildung, die Schulabbrecherquote und die Verwaltungsstrukturen im honduranischen Bildungswesen. Es wurde vereinbart, nun auch Teile der Berufsbildung in die Zusammenarbeit aufzunehmen.

Schwerpunkt Umwelt- und Ressourcenschutz: In den letzten 30 Jahren hat Honduras ca. 35 % seiner Waldfläche verloren. Das neue Forstgesetz ist die Grundlage für besseren Waldschutz und nachhaltige Nutzung. Dabei geht es um die Eindämmung von illegalem Holzeinschlag, Brandrodung und Waldbränden sowie um Festlegung von Landrechten und Nutzungsrechte für lokale Gemeinden. In der schonenden Ressourcennutzung, z. B. durch kommunale Waldbewirtschaftung, sind Erfolge erzielt worden, die sich für die Nutzer auch finanziell lohnen.

Für die entwicklungspolitische Zusammenarbeit innerhalb der Bundesregierung federführend ist das Ministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Zu den wichtigsten deutschen Durchführungsorganisationen gehören die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW, teils mit Subventionen, teils mit vergünstigten Krediten), die Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ), die aus der früheren GTZ hervorgegangen ist, politische Stiftungen und private Träger. Ca. 38 deutsche bzw. von Deutschland entsandte Entwicklungsfachkräfte arbeiten zurzeit in Honduras.

Deutschland hatte seine Entwicklungszusammenarbeit mit Honduras seit dem Staatsstreich und der politischen Krise 2009 zunächst stark eingeschränkt, dann aber 2010 (mit der gewählten Regierung, die im Januar 2010 ihr Amt antrat) schrittweise wieder aufgenommen.

Wie intensiv Deutschland entwicklungspolitisch engagiert ist, zeigt sich auch an den hohen deutschen Finanzbeiträgen für die großen multilateralen Institutionen und an den Regionalprojekten in Zentralamerika, von denen Honduras Nutzen hat.

Deutsche Botschaft, Tegucigalpa, 14.01.2011

Wirtschaftliche Zusammenarbeit